Notiz 03 · März 2026 · 4 Min

Warum Pausen so schwer fallen — und was dahintersteckt

Viele Frauen wissen, dass sie Pausen brauchen. Und schaffen es trotzdem kaum, wirklich innezuhalten.

Warum es so schwerfällt, Pausen zuzulassen

Ein Satz, den ich oft höre: «Ich weiss, dass ich eine Pause brauche. Aber ich kann nicht.»

Nicht «ich will nicht». Sondern «ich kann nicht». Als ob Ruhe etwas wäre, das man sich verdienen müsste. Oder rechtfertigen. Oder das nur dann zählt, wenn vorher genug geleistet wurde.

Das ist kein persönliches Versagen. Es ist ein Muster — und es hat eine Geschichte.

Was hinter dem Widerstand liegt

Viele Frauen haben früh gelernt, präsent zu sein, sich zu kümmern, verlässlich zu funktionieren. In diesem System haben Pausen keinen natürlichen Platz. Sie wirken wie ein Unterbruch in einem Ablauf, der «rund» laufen soll.

Die inneren Sätze, die dann auftauchen, sind keine Seltenheit: «Ich sollte weitermachen.» «Es ist noch genug zu tun.» «Andere schaffen viel mehr, ohne Pause.» Das sind verinnerlichte Erwartungen. Sie entstehen, wenn man lange für andere da war — und wenig Raum hatte, eigene Grenzen zu spüren.

Pausen berühren das Selbstbild

— Eine Frage für dich

Eine Pause zwingt uns kurz aus dem Funktionsmodus heraus. Und damit in eine Frage, die oft unangenehmer ist als der Stress selbst: Wer bin ich, wenn ich gerade nichts leiste?

Für viele Frauen liegt unter der Oberfläche ein leiser Konflikt: «Bin ich noch verlässlich, wenn ich jetzt stoppe?» «Wirke ich weniger belastbar?» Diese Fragen machen Pausen unnötig schwer.

Was hinter dem Widerstand gegen Pausen liegt — und wie ein anderer Umgang mit Ruhe entstehen kann — ist ein Prozess. Kein Tipp, der in drei Sätzen passt. In meinem Kurs gehe ich in Kapitel 10 und 13 genau dorthin.

— Eine Frage für dich

Welche Pause würde mir jetzt guttun — und was hält mich innerlich davon ab?

Elin Graf, M.Sc., ist eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP. In eigener Praxis in Horw bei Luzern begleitet sie Frauen mit Erschöpfung und anhaltender Belastung. Studio Klarzeit ist ihr Projekt für Frauen, die verstehen möchten, was sie erschöpft — statt nur Ratschläge zu bekommen.

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Geschrieben von

Elin Graf

Psychotherapeutin FSP in Zürich. Sie schreibt über Erschöpfung, Perfektionismus und den leisen Druck, immer funktionieren zu müssen — und begleitet Frauen zurück zu sich selbst.